SPORT UND ANDERE EXTREME | ARIEL

Wie ihr in meinem letzten Artikel lesen konntet, hatte ich einige Wochen nach meiner Transformation nicht nur die ersten, alltäglichen Herausforderungen mit dem Haarsystem überstanden, sondern glänzte bereits mit einer erfolgreichen Routine in der Handhabung. Haarwäsche, der Systemwechsel und kleine „Reparaturen“ waren nun kein Problem mehr, sodass ich mich extremeren Herausforderungen wie einem Sauna- oder Schwimmbadbesuch, oder einer Dating-Situation stellen wollte. In den sozialen Medien habt ihr mir zu diesen Themen die meisten Fragen gestellt und deshalb möchte ich heute über meinen Selbstversuch berichten.

Sport und ich. Das ist ein sehr enges und drückendes Paar Schuhe. Lieber lasse ich den inneren Schweinehund vollgefressen in seiner Höhle ruhen bevor ich ihn überwinde und mich sportlich betätige. Und dabei fing es so gut an: Judo in Kindertagen und Leistungsschwimmen in der Pubertät, als Ausgleich zu Computerspielen und heimlichem Biertrinken mit den Dorfbuddies.
Auf dem krackseligen Weg ins Erwachsenenalter glänzte ich in den Sportstudios dann jedoch eher mit Abwesenheit, als mit schweißtreibenden Workouts. Es grenzt schon fast an Ironie, dass gerade ihr, die Heydecke-Community, mich durch Eure Anfragen dazu gebracht habt, meine körperliche Schwungmasse wieder in Bewegung zu bringen und mein Haarsituation in verschiedenen Extremsituationen zu testen.

DAVID GEGEN GOLIATH
DAS FITNESSSTUDIO UND ICH

Sechs Uhr in der Früh. Köln bettete sich noch in ein Kleid aus Nebel und ersten Sonnenstrahlen. Pendler und Berufskraftfahrer schoben sich mit ihren Autos in einer zähen Masse durch die Straßen. Wirres Treiben und endlose Bewegung. Ideale Voraussetzungen, um mich ebenfalls aktiv zu zeigen. Es ist Jahre her, dass ich mich in einem Sportstudio gezeigt habe. Zuletzt auch mehr an der dort integrierten Trinkstation als an den Geräten. Der Vorwand das Haarsystem in Extremsituationen zu testen war zu einem passenden Zeitpunkt gekommen, denn ich wollte eh wieder aktiver Sport betreiben.

Ich zog also meine fast vergessenen Sportsachen an und sprang aufs Laufband. Nach 5 Minuten auf viel zu hoher Geschwindigkeit hatte ich schon mehr Schweiß produziert als ein Preisboxer in der sechsten Runde eines Schwergewichtskampfes. Zu meinem Nachteil hatte ich auch noch das Haarsystem mit dem längeren Pony gewählt, das mir klatschnass im Gesicht klebte. Von außen betrachtet muss das ziemlich ulkig ausgesehen haben. Nicht nur wegen meines eleganten Laufstils (als wäre ein Stier von einer Hornisse gestochen worden), sondern auch durch das ständige Überprüfen, ob das System noch fest auf dem Kopf saß. Ob Einbildung oder Realität: Ich sorgte für Aufmerksamkeit und verursachte verwirrte Gesichtsausdrücke.

Mein Fazit nach zwei Stunden Laufen, Gerätetraining, Schwitzen und einer abschließenden Dusche: Durch die Anstrengungen wird die Kopfhaut natürlich warm und der Schweiß beginnt den Kleber der Stripes etwas weich zu machen. Aber selbst dann besteht noch keinerlei Gefahr, dass einem das System einfach vom Kopf rutscht. Im Selbstversuch zog ich ab und an dort, wo die Stripes Kontakt mit der Kopfhaut hatten. Bis auf dass sie ein klein wenig nachgegeben haben passierte jedoch nichts. Alles blieb stabil. Anders war es mit der Front. An diesem Tag hatte ich sie mit dem wasserlöslichen Nature Bond Flüssigkleber befestigt. Dieser gewährleistet zwar maximale Authentizität, ist aber für regelmäßigen Sport ungeeignet, da er sich durch Wärme und Schweiß löst. Mein Tipp für Euch: definitiv die Front mit den Stripes verkleben!

25 NACKTE UND EIN HAARSYSTEM
DER SAUNA- UND SCHWIMMBADTEST

Die Sauna war für mich der Endboss. In meiner Vorstellung mussten die hohen Temperaturen und die Schweißproduktion den Klebestreifen den letzten Rest geben. Und so provozierte ich das Ganze, indem ich zusammen mit Freunden einen Wellness-Tag in einem in der Region liegenden Thermalbad machte. Salzwasserquellen, Chlor, Solarium und Saunatemperaturen bis 80 Grad. Alles Gefahrenzonen, bei denen man hofft, dass einem das Haarsystem nicht unbemerkt vom Kopf wandert und im schlimmsten Fall noch am Rücken des Nachbarn festklebt. Nach 12 Stunden zog ich mein Fazit – voller Begeisterung. Klar probierte ich alle 10 Minuten, ob sich das Haarsystem auf meinem Kopf bewegte und in der Tat, die Klebestreifen verloren durch die Hitze leicht an Festigkeit. Aber nicht so sehr, dass sich meine Frisur in Bewegung setzen oder gar verrutschen konnte. Und sobald die Klebestreifen wieder abgekühlt waren, hielten sie auch wieder bombenfest. Test (unversehrt) bestanden!

Das Gleiche galt auch bei meinem anschließenden Selbstversuch im Schwimmbad. Ich hatte aus meinem Fitnessstudio-Besuch gelernt und die Front meines Systems gleich mit den Stripes befestigt. Diese ließ ich nach dem Verkleben 24 Stunden ohne Wasserkontakt (heißt also ohne Haarwäsche), damit sie ihre volle Klebkraft entfalten konnten. Und was soll ich sagen? Sie bestanden jede Bewährungsprobe! Tauchen, Kopfsprünge und der dauerhafte Kontakt mit chlorhaltigem Wasser machten dem System überhaupt nichts aus. Ich war überrascht und zugleich super happy. Denn zugegeben: so richtig daran geglaubt hatte ich vorher nicht …

„DU HAST DA WAS IM HAAR“
DAS HAARSYSTEM BEIM ERSTEN DATE

Egal ob Freunde oder ein romantisches Date, ich habe diverse Reaktionen, Vermutungen und Rückmeldungen zu meinem Haarsystem bekommen. Den meisten ist ohne meinen Hinweis dank der hochwertigen und natürlichen Fertigung meines Systems nichts aufgefallen. Und: Wenn man es wirklich gut aufgeklebt hat und die Kante von Netz zu Tonsur einen perfekten Übergang bildet, fällt einem das Haarsystem nicht mal beim Hineingreifen auf. Doch es gibt auch besonders aufmerksame Personen, bei denen man eigentlich fest damit rechnet, dass sie einen auf den ersten Blick „enttarnen“. So fand ich mich im Sommer bei einem ersten Date mit genauso jemandem zu einem Spaziergang am Rhein wieder.

Die Sonne stand hoch, ich hatte T-Shirt und kurze Hosen angezogen und mein Haar lässig nach oben gestylt. Für mich ein kleines Wagnis und eine Tatsache, die meine ohnehin schon vorhandene Nervosität noch einmal steigerte. Denn generell und am liebsten trage ich das Haar lässig in die Stirn fallend, wobei die Haarlinie verdeckt ist und keine direkten Blicke auf sich lenkt. Doch bei besonders starker Hitze, wie sie an diesem Tag herrschte, ist es natürlich wesentlich angenehmer und luftiger, die Haare nach oben zu tragen.

Der natureLine Flüssigkleber, mit dem ich die Front befestigt hatte, hielt das System an seinem Platz, glanzlos matt und transparent. Und trotzdem: Jedes Mal, wenn ich mir einbildete, dass mein Gegenüber mir in die Haare oder auf den Haaransatz schaute, drehte ich mich weg. Das ist die Unsicherheit, mit der ich zu Beginn meiner Haarsystemlösung leben musste, da ich nicht uneingeschränkt und vor jedem dazu stehen wollte, ein Zweithaarsystem zu tragen. Ich wollten aus Eitelkeit nicht, dass jemand mein „Schönheitsgeheimnis“ erfährt und so verwendete (oder verschwendete) ich sehr viel Energie auf das Vertuschen. Meinem aufmerksamen Begleiter entging aber tatsächlich (leider) nichts, vor allem nicht meine Unsicherheit. Und so wurde irgendwann ein Arm um mich gelegt und man sagte mir ganz liebevoll: „Du brauchst dich für das Haarsystem nicht zu schämen, du siehst fantastisch aus.“

Mir trieb es gleich den Schweiß auf die Stirn und ich fühlte mich entlarvt. Doch nicht mein Haarersatz brachte mich in die Verlegenheit, sondern meine fehlende Gelassenheit bei diesem Thema. Mir wurde zurückgemeldet, dass es nicht bemerkt worden wäre, wenn ich nicht so verkrampft versucht hätte, es zu vertuschen.
Mein Fazit ist hier also: Egal wie echt das Haarsystem aussieht, wer genau hinsieht, kann es unter Umständen entdecken. Es kommt vor allem auf den Umgang, den ihr damit habt, an.

ALLES EINE FRAGE DER EINSTELLUNG
CONFIDENCE IS KEY

Ich habe mit anderen Kunden von Hairsystems Heydecke gesprochen, die ganz offen mit ihrem Haarsystem umgehen und dankbar sind, so eine tolle Lösung für ihr Haarproblem gefunden zu haben. Auch bei Verabredungen und Dates hatten sie nie ein Problem, selbst wenn es zur Sprache kam. Eine Frage des selbstbewussten Auftretens, das mir in dem Moment, von dem ich vorhin berichtet habe, noch fehlte. Und das führte ich, als ich die Situation im Nachhinein reflektierte, auf meine ganz eigene Geschichte zurück;

Mein Vorgeschichte als Krebspatient und der aus der Krankheit resultierende Haarverlust war meine Motivation für ein Haarsystem. Mir ging es also zum größten Teil darum, „wieder normal“ und unauffällig auszusehen, statt von der Krankheit gezeichnet. Wurde dies aber entdeckt, wurde ich immer wieder schmerzlich an mein ehemaliges Patientenbild erinnert. Ich wollte verdrängen. Reine Kopfsache also – und etwas, was ich abstellen wollte.

Die Dating-Situation lehrte mich nachträglich darin, mich selbst besser zu akzeptieren. Wer selbstbewusst mit seinem Haarsystem umgeht und es nicht zu einem großen Geheimnis aufbauscht, wird in jeder Situation aufkommenden Fragen neuer Bekanntschaften standhalten. Und darüber hinaus kann Euch die Meinung Außenstehender ohnehin egal sein. Ihr macht es für euch, nicht für jemand anderen. Deshalb muss es auch niemand anderem gefallen, außer euch selbst.

Und die Moral von der Geschicht: Das Ergebnis meines selbstinszenierten Härtetests war nicht nur dahingehend erfolgreich, als dass sich Haarsystem und Kleber bewährt haben – ich habe mir zusätzlich eine kleine Lehrstunde in Sachen Selbstakzeptanz verpasst. Win-Win, oder?

 

… UND WIE GEHT’S WEITER?

Seid ihr neugierig geworden und denkt selbst über ein Haarsystem nach? Habt auch ihr unter Haarverlust zu leiden und sucht nach einer idealen Lösung? Dann schaut Euch Ariels Transformation oder die vielen anderen Verwandlungen auf unserem YouTube-Kanal an! Und Ariel meldet sich bald wieder mit einem neuen Beitrag zu Wort. Als nächstes mit: „Als nächstes mit „Das Haarsystem im Nahkampf: Sex!“. Seid gespannt!

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